WordPress-Website übergeben: Checkliste für einen sicheren Wechsel

Eine WordPress-Website kann aus vielen Gründen den Verantwortlichen wechseln: Ein Projekt wird übergeben, eine andere Person übernimmt die Pflege oder eine Agentur erhält Zugriff auf die Installation. Dabei reicht es nicht aus, nur die Zugangsdaten zum WordPress-Dashboard weiterzugeben.

Vor der Übergabe solltest du prüfen, welche Zugänge wirklich benötigt werden, ob ein aktuelles Backup vorhanden ist und ob die Website nach dem Wechsel weiterhin funktioniert. Diese Checkliste hilft dir dabei, die wichtigsten Punkte geordnet abzuarbeiten.

Was gehört zu einer WordPress-Übergabe?

Eine vollständige Übergabe umfasst mindestens vier Bereiche:

  • Benutzer und Berechtigungen
  • Backups und Wiederherstellung
  • Inhalte, Plugins und Theme
  • Technische Zugänge und abschließende Tests

Je nach Hosting- und Entwicklungsumgebung können weitere Punkte hinzukommen. Deshalb solltest du die Übergabe nicht als einmaligen Zugangstausch betrachten, sondern als kontrollierten Wechsel der Verantwortung.

1. Erstelle zuerst ein aktuelles Backup

Bevor du Benutzer löschst, Rollen änderst oder technische Einstellungen übergibst, solltest du den aktuellen Stand sichern. Ein Backup kann hilfreich sein, falls bei der Übergabe versehentlich Inhalte, Einstellungen oder Zugriffsrechte verändert werden.

Prüfe dabei nicht nur, ob ein Backup erstellt wurde. Wichtig ist auch, wo es gespeichert ist und ob du weißt, wie eine Wiederherstellung grundsätzlich durchgeführt werden kann. Ein Backup, das niemand wiederfindet oder dessen Wiederherstellung unklar ist, hilft im Fehlerfall nur eingeschränkt.

Wenn du die Grundlagen dazu auffrischen möchtest, findest du im Beitrag zur Bedeutung regelmäßiger WordPress-Backups weitere Hinweise.

2. Prüfe die vorhandenen Benutzer

Gehe im Dashboard zu Benutzer und verschaffe dir einen Überblick. Prüfe, welche Konten noch benötigt werden, welche Rolle sie besitzen und ob einzelne Benutzer veraltete oder unnötige Zugriffsrechte haben.

Für die Übergabe ist ein eigenes Benutzerkonto für die neue verantwortliche Person meist übersichtlicher als die gemeinsame Nutzung eines bestehenden Kontos. So bleiben Verantwortlichkeiten besser nachvollziehbar und du musst kein Passwort eines anderen Kontos weitergeben.

  1. Lege den neuen Benutzer mit einer passenden E-Mail-Adresse an.
  2. Vergib zunächst nur die Rolle, die für die Aufgaben erforderlich ist.
  3. Prüfe, ob der neue Benutzer sich anmelden kann.
  4. Entferne oder passe alte Konten erst an, wenn die Übergabe erfolgreich getestet wurde.

Welche Unterschiede zwischen den Rollen bestehen und worauf du bei Berechtigungen achten solltest, beschreibt der Beitrag WordPress-Benutzer und Rollen richtig verwalten.

3. Liste Plugins und Theme auf

Die übernehmende Person sollte wissen, welche Plugins und welches Theme auf der Website eingesetzt werden. Notiere deshalb die aktivierten Plugins und prüfe, ob es individuelle Anpassungen oder selbst entwickelte Erweiterungen gibt.

Besonders wichtig sind Änderungen, die nicht direkt im WordPress-Dashboard sichtbar sind. Dazu können Anpassungen am Theme, eigene Funktionen oder Einstellungen in der Hosting-Umgebung gehören. Wenn du diese Punkte nicht kennst, solltest du sie vor der Übergabe klären, statt von einer vollständigen Standardinstallation auszugehen.

  • Welche Plugins sind aktiv?
  • Welche Plugins werden für wichtige Funktionen benötigt?
  • Welches Theme ist aktiv?
  • Gibt es individuelle Anpassungen?
  • Gibt es eine Staging- oder Entwicklungsumgebung?

4. Übergib technische Zugänge nicht unkontrolliert

WordPress ist häufig nur ein Teil der technischen Umgebung. Zusätzlich können Zugänge zum Hosting, zur Domainverwaltung, zu E-Mail-Konten oder zu einer Entwicklungsumgebung relevant sein. Welche Zugänge tatsächlich benötigt werden, hängt von der jeweiligen Website und dem vereinbarten Verantwortungsbereich ab.

Erstelle eine Liste der vorhandenen Zugänge und trenne dabei zwischen notwendigen und nicht benötigten Berechtigungen. Versende Passwörter nicht ungeschützt über öffentlich einsehbare Kanäle. Nach der Übergabe sollten nicht mehr benötigte Zugänge geprüft und gegebenenfalls entfernt oder geändert werden.

5. Prüfe Inhalte und wichtige Funktionen

Vor dem Abschluss solltest du die Website aus Sicht eines Besuchers und aus Sicht des neuen Administrators testen. Öffne wichtige Seiten und prüfe, ob zentrale Funktionen weiterhin erreichbar sind.

  • Startseite und wichtige Unterseiten öffnen
  • Navigation und interne Links prüfen
  • Formulare oder andere zentrale Funktionen testen
  • Anmeldung im WordPress-Dashboard prüfen
  • Medien und Downloads kontrollieren
  • Darstellung auf einem mobilen Gerät prüfen

Wenn bei der Übergabe ein Fehler auftritt, solltest du nicht mehrere Änderungen gleichzeitig durchführen. Notiere zunächst, was geändert wurde, und grenze die Ursache Schritt für Schritt ein. Der Beitrag WordPress-Fehler systematisch eingrenzen kann dabei als Ausgangspunkt dienen.

6. Halte die Übergabe schriftlich fest

Eine kurze Dokumentation verhindert spätere Missverständnisse. Halte fest, wann die Übergabe stattgefunden hat, welche Benutzer angelegt oder geändert wurden und welche Zugänge übergeben wurden.

Auch offene Punkte gehören in die Dokumentation. Dazu zählen beispielsweise noch nicht geprüfte Funktionen, fehlende Zugangsdaten oder Aufgaben, die der neue Verantwortliche später erledigen soll.

Checkliste für den Abschluss

  • Ein aktuelles Backup wurde erstellt und der Speicherort ist bekannt.
  • Ein eigenes Benutzerkonto für die neue verantwortliche Person ist vorhanden.
  • Die Benutzerrollen wurden geprüft und passend vergeben.
  • Aktive Plugins, Theme und individuelle Anpassungen sind dokumentiert.
  • Notwendige technische Zugänge wurden identifiziert.
  • Wichtige Seiten und Funktionen wurden getestet.
  • Nicht mehr benötigte Benutzer und Zugänge wurden geprüft.
  • Offene Punkte und Zuständigkeiten wurden festgehalten.

Fazit: Übergabe erst nach dem Test abschließen

Eine WordPress-Website zu übergeben bedeutet mehr, als einen einzelnen Login weiterzugeben. Sichere Backups, passende Benutzerrollen, dokumentierte Plugins und getestete Funktionen bilden die Grundlage für einen nachvollziehbaren Wechsel.

Arbeite die Punkte möglichst in Ruhe ab und ändere nicht mehr als nötig. Erst wenn der neue Verantwortliche Zugriff hat und die wichtigsten Funktionen geprüft wurden, sollte die Übergabe als abgeschlossen gelten.

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